Ein tolles Kulturjahr neigt sich dem Ende

Das Jahr 2017 war für uns wieder ein wundervolles Jahr mit großen Künstlern und mitreißenden Shows. Wir bedanken uns herzlich bei allen Künstler für ihren Besuch in unserer Spargelstadt Beelitz. Ganz besonders bedanken wir uns jedoch auch bei Ihnen, den Gästen, einem bezaubernden Publikum, welches die unsere Freude an Kunst und Kultur teilt und sich immer wieder offen für Neues und Altes zeigt.

Ein großer Dank geht auch an unsere zahlreichen Sponsoren, Unterstützer und Freunde, ohne die unsere Kulturidylle im Schmiedehof kaum möglich wäre.

Wir, die Freunde und Förder der Künste in Beelitz e.V. wünschen Ihnen von ganzen Herzen ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch in das neue Jahr. Wir erwarten Sie im neuen Jahr zum Sommertheater 2018.

Sommertheater 2018

Auch für das Sommertheater 2018 holen wir wieder großartige Künstler und das Beste aus Kunst und Kultur zu uns nach Beelitz. Einen kleinen Vorgeschmack finden Sie hier:

ausverkauft
Samstag, 24.02.2018

Sattmann & Schöne

Sattmann & Schöne

Kennen Sie den?

Die beiden gestandenen Komödianten erzählen ihre Lieblingswitze, ungeachtet der sprichwörtlichen Gürtellinie. Der Besucher sei deshalb gewarnt! Für eventuelle Schäden an Leib (Zwerchfell) und Seele (weil zart besaitet) wird keine Haftung übernommen!

Sattmann liest aus seiner Komödie „Der Erzbischof ist da“, und Schöne aus seinem Buch „Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin“. Natürlich greift Schöne auch zur Gitarre, schon allein damit man wieder zu Atem zu kommt. Die Idee für diesen Abend kam den beiden in den Kellergewölben des Berliner Doms. Zwei Wochen lang saßen sie sich als Tod und Teufel gegenüber und warteten auf ihre Auftritte im „Jedermann“. An Tagen mit Doppelvorstellung ging man um 13 Uhr in den Keller und kam um 23 Uhr wieder raus. Die Alternative zum langweiligen Warten war das kurzweilige Witze erzählen. Am Ende der Untertagearbeit war klar, jeder hatte einen komplett anderen Fundus an Witzen als der andere. Warum sich also nicht zusammentun und einen Abend daraus machen?

Eintritt: 24 €

Peter Sattmann:

Gefühlte fünfzig Jahre Theater und gefühlte hundert Jahre vor der Kamera. Zweimal Schauspieler des Jahres, an die zweihundert TV-Rollen, zudem Komponist, Autor, Regisseur, ein Multidilettant eben, wie er selbst sagt.

Reiner Schöne:

Hatte seinen Start in der DDR, Theater in Görlitz und Zittau, erste Platten und DEFA-Filme. Ging 1968 nach München und spielte Hauptrollen in Musical, lebte zwanzig Jahre in Hollywood, spielte viel Theater und hatte zig TV- und Kino-Rollen. Er gab u.a. seine Stimme Darth Vader in „Star Wars“ und Papa Schlumpf in „Die Schlümpfe“. Er ist Singer/Songwriter und produzierte zahlreiche Alben mit der Reiner Schöne Band.

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Samstag, 17.03.2018

Knast - Joe Bausch

Die Buchlesung: Knast

Joe Bausch - Tatort Rechtsmediziner und Bestsellerautor

Er gilt als Experte für Gefängnisse, Verbrechen und das Böse. Joe Bausch, der Bestsellerautor mit großer Tator-Fangemeinde kommt nach Beelitz und liest aus seinem Buch Knast.

Joe Bausch - Bestsellerautor - Knast, die Lesung in Beelitz

Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem Kittel mürrrisch über Leichen. Nach Drehschluss fährt er zurück in sein richtiges Leben: Seit über 25 Jahren arbeitet Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvoll zugsanstalten.

Während ihn Millionen Zuschauer als Pathologen erleben, bekommt kaum einer Einsicht in den Alltag hinter den Gefängnismauern. Dort behandelt Joe Bausch als Gefängnisarzt Serienmörder, Schläger, Dealer, Vergewaltiger und Kinderschänder. Mehr als 200 von ihnen müssen eine lebenslange Haftstraße verbüßen. Sie erzählen ihm von den dunklen Seiten des Lebens, lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. „Als Arzt stehst du immer mittendrin, du bist der Intimus dieser gescheiterten Biografien“.

Hautnah erlebt er Konflikte und Tragödien: Ein Mann in U-Haft hat Angst um seine schwangere Frau. Bei Joe Bausch legt er eine Lebensbeichte ab – und erhängt sich zwei Tage später, um ihr Leben nicht zu gefährden . Ein Mörder gesteht weitere Verbrechen, weil er weiß, dass sein Arzt an die Schweigepflicht gebunden ist.

Persönlich und eindringlich erzählt Joe Bausch von einer Welt mit ihren eigenen Regeln, in der alles aufschlägt, was draußen nicht mehr funktioniert und macht den Leser mit der modernen Gefängniswelt bekannt – einer abgeriegelten Welt, die auch die Schieflage unserer Gesellschaft dokumentiert.

Eintritt: 14 €

Joe Bausch über Knast:

„Knast ist keine Autobiographie. Auch wenn mein eigener, auf den ersten Blick etwas unorthodoxer Lebenslauf sicher maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich heute als Arzt im Knast arbeite. Den Bausch im Knast gäbe es nicht ohne den Bausch auf der Bühne. Als junger Schauspieler am Theater war ich fasziniert von Regisseuren wie Zadek, habe alles aufgesogen, was irgendwie schräg war, authentisch, das pralle Leben. Im Knast schlägt es dir mit viel größerer Wucht entgegen. Du kannst dich nicht entziehen, hinter deiner Rolle verstecken. Ein Gefängnis ist eine hermetisch abgeriegelte Welt. Nur bei spektakulären Zwischenfällen hebt sich der Vorhang ein wenig, die „von draußen“ können einen kurzen Blick erhaschen. Wie dieser Mikrokosmos tatsächlich funktioniert, erfährt man nicht. Wie schwer es ist, den Knast im Knast auszuhalten. Die Isolation, das System der Hackordnung unter den Häftlingen, die Spannungen, die beinahe körperlich spürbar sind, sobald das Haupttor hinter einem zufällt. Was macht das mit einem Menschen, der hier einsitzt oder auch nur hinter den Mauern einer JVA arbeitet? Als Schauspieler muss ich mich mit Haut und Haaren auf eine Rolle einlassen und meine eigene Persönlichkeit zurücknehmen. Als Arzt im Knast kann ich nur bestehen, wenn ich mich selbst akzeptiere – mit all meinen Stärken und Schwächen. Wenn ich mir meiner sicher bin und frei, wenn ich die Würde der Gefangenen respektiere.

Nirgendwo habe ich mehr über Moral, Menschlichkeit und Menschenwürde gelernt als in meinem Elternhaus und im Theater. Und nirgendwo wurde ich schwerer geprüft als im Knast.“